Schwierige Zeiten

Laufen. Walking. In Kassel.

Schwierige Zeiten

20 April 2020 Berichte 0

Ungewöhnliche Umstände: Seit Wochen grassiert ein Virus in der Stadt, im Land und darüber hinaus. Jedem von uns ist dieser schon aufgefallen. Wir werden in unseren Gewohnheiten verändert, gestört oder behindert. Unsere Routine ist nicht mehr das was es mal war. 

Nein, nein, hier ist nicht die Rede von Corona. Hier geht es um den neuartigen Laufvirus, der die Menschen in unserer Umgebung befallen hat. Das was Jahre der Zeitschriften Brigitte, Fit for fun, Runners World und andere Laufwurstblätter nicht geschafft haben ist innerhalb von ein paar Tagen ausgebrochen und bricht über uns herein. 

Massen von laufenden, joggenden oder sich schnell vorwärtsbewegenden Menschen bevölkern unser gewohntes Umfeld. Die Zeiten, in denen man zur Läuferelite im Park Schönfeld gehört hat sind vorbei. Das Ausweichen auf entferntere Routen: Habichtswald, Dönche, Firnsbachtal schafft keine Vereinsamung. Alles voller Läufer. 

Natürlich sind den meisten Laufeinsteigern die TGW-Lauftreff-Bekleidungsregeln nicht vertraut. So sieht man bei 14 Grad Außentemperatur vermummte Gestalten durch die Parks schwitzen. Hier ist dem erfahrenen TGWler klar, dass nur Kurz-Kurz möglich ist und Spott vermeidet. Und gern läuft man als alter Hase auch in Wettkampfbekleidung, in Ermangelung dieser und in Memoriam. Man zeigt dann, dass man quasi schon grundimmunisiert ist und nicht zu den Neuinfektiösen gehört. Dauerläufer. NHCler. Marathoni. Mit Hausorthopäde. Sieben paar Schuhe im Schrank. Gut eingelaufen. 

Wird die Infektionswelle verebben? Bleiben Infizierte mit Dauerschäden, die irgendwann einen Lauftreff brauchen als quasi Selbsthilfegruppe um nicht allein zu rennen? Vielleicht. 

Nehmen wir das Positive der Laufinfektion mit: Laufen geht immer. Auch in schwierigen Zeiten und ohne Hund. Bei jedem Wetter. Aber, auch das ist klar: Gerne auch wieder mal in einer größeren Gruppe und nicht nur allein oder zu zweit. 

Christian