Hannover-Marathon 2020

Laufen. Walking. In Kassel.

Hannover-Marathon 2020

27 April 2020 Berichte 0

26.04.2020 Jubiläums-Marathon in Hannover. „Da will ich dabei sein!“ war mein erster Gedanke, um wenig später zu realisieren, dass das nichts wird. Eine Woche später ist der Bilstein-Marathon und zwei Wettkampf-Wochenenden nacheinander, eins davon im besten Fall mit Übernachtung ist mit Familie definitiv nicht zu realisieren. Also musste ich mich entscheiden und da gewann irgendwann im Jahr 2019 der Bilstein. Dann kam Corona und es war eh nichts mehr so wie vorher. 

Irgendwann im März wurde bekannt, dass Hannover abgesagt werden musste, es jedoch die Alternative gibt, den Marathon, Halbmarathon oder auch die 10 Kilometer stattdessen einfach zu Hause zu laufen, war das in all dem Chaos, den vielen Absagen und Enttäuschungen ein kleiner Lichtblick. 

Also habe ich am 30.03.2020 spontan beschlossen, am 26. April Hannover zu laufen – wenn auch ganz anders als die Jahre vorher. So ganz alleine werden 21 km aber dennoch recht schnell öde. Mein Mann Philipp hatte geplant, im September seinen ersten Halbmarathon in Kassel zu laufen. Kurzerhand wurde er überredet, dieses Vorhaben einfach vorzuziehen und so hat auch er sich noch angemeldet. 

Die Medaillen kamen in der Woche vorher, das heißt, es gibt kein Zurück mehr. Nun also Strecke selber planen – keine Wendestrecke, nicht zu viele Höhenmeter und am Ende bestenfalls 21,1 km – nicht ganz einfach, hat aber geklappt.

Am Abend vorher war vor allem mein Mann nervös, ich wusste, dass es für mich eher ein zügiger Trainingslauf wird.

Wir hatten beschlossen um 08:30 Uhr loszulaufen, damit es nicht zu warm wird. Denn eins ist wie immer, wenn der HAJ Hannover Marathon stattfindet – Sonne satt und blauer Himmel!

So sind wir nach dem Frühstück, ausgestattet mit Trinkflaschen und Gel, relativ pünktlich um 08:30 Uhr gestartet. 

Los ging es über die gewohnte Strecke durch Park Schönfeld, am Campingplatz vorbei, die Giesewiesen entlang, an der neuen Mühle vorbei. Danach folgte der einzig längere und anstrengendere Anstieg hinter dem Ludwig-Noll-Krankenhaus bergauf. Bis hierher lief es für mich so mittelprächtig, der richtige Rhythmus fehlte, aber mein Mann sagte, es läuft gut bei ihm. Gut, ich sollte ja in erster Linie Verpflegungsstation, PaceMakerin und Motivatorin sein. 

Danach ging es vorbei an Gut Freienhagen bergab nach Dennhausen, hier mussten wir eine kleine Schleife laufen, um dann auf den R1 in Richtung Kassel (gefühlt) bereits auf den Rückweg zu gehen. Dies war für den Kopf natürlich viel wert –  bei gerade mal 9,5 km – und endlich hatten wir auch einen gemeinsamen Lauf-Rhythmus. In Bergshausen hieß es noch einmal Schleife laufen – wir wollten ja am Ende genügend Kilometer zusammen haben und nicht ums Haus laufen müssen.

Danach ging es über die Fulda, vorbei an der Neuen Mühle, entlang der Giesewiesen und Grunnelbach zurück Richtung Park Schönfeld.

Während dieser Zeit begegneten uns einige Läufer sogar mit Startnummer aus Hannover– meist begleitet von einem Fahrrad. 

Als klar war, es sind „nur“ noch 3 km sind, konnte ich Philipp sagen, dass er weit unter der von ihm angepeilten Zeit läuft. Ja, den Berg im Park hoch nach knappen 19 km habe auch ich in den Beinen gemerkt und parallel gerechnet, ob die Strecke bis nach Hause ausreichen würde. 

Hat sie dann fast, wir mussten gute 100 Meter an zu Hause vorbei und dann waren wir im Ziel! Mit einer Zeit von 2:07:20! Hier sei zu erwähnen, dass Philipp vor dem Lauf sagte, er würde, wenn es sehr gut läuft gern eine Pace von 6:20 laufen. Da waren wir wohl ein bisschen schneller. Ich bin so stolz auf ihn und er auf sich und mich als Begleitung.

Die Medaillen durften uns unsere Kinder überreichen!

Philipp war müde und den restlichen Tag zu Recht faul –  und ich? Ich glaube, ich laufen den Bilstein-Marathon (ja auch „nur“ den halben) nächste Woche einfach im Habichtswald! 

Bis bald,

eure Eva