Brixen Dolomiten Marathon

Laufen. Walking. In Kassel.

Brixen Dolomiten Marathon

13 August 2020 Berichte 0

Es war ja klar… auch der (Staffel-) Marathon in Brixen fällt Corona zum Opfer. Ersatzlauf in der nordhessischen Heimat? Definitiv eine Alternative – aber da wir ohnehin in die Region Brixen in Urlaub fahren, beschloss ich kurzerhand meine Staffelstrecke einfach so für mich zu laufen.

Ja okay, 23 km alleine können lang werden, also entschloss ich mich, die letzten 18 km der Strecke zu laufen.

Mein Startpunkt lag irgendwo im nichts (Bild 1) und der Berg war direkt steiler als er aussah. Die ersten 2 km lief gar nichts, ich hatte keinen Rhythmus und schwere Beine, dann rechts abbiegen und … ups … jetzt durfte ich erst einmal klettern und zwar über eine Menge umgestürzter Bäume (Bild 2). Danach lief es deutlich besser, ich hatte mich darauf eingestellt, die steileren Passagen zügig zu gehen und den Rest locker vor mich in zu traben.

Die Strecke und der Ausblick waren unbezahlbar. Meine Highlights findet ihr in den Bildern 3 und 4 und absolut super waren natürlich die kalten und natürlichen Wasserquellen (Bild 5). So lief es bis zu Rossalm und danach ging es sogar phasenweise bergab und ich konnte die Strecke bis zur Plosebahn Bergstation recht schnell laufen. Die Hälfte war nach 1 Stunde 21 Minuten geschafft!

Um meine Verpflegung aufzufüllen, habe ich mich hier kurz mit meiner Familie getroffen.

Anlaufen nach der kleinen Pause war zunächst super schwer, es war mittlerweile heiß, gab kaum noch Schatten, der Weg wurde deutlich unebener und dennoch konnte ich schnell wieder gemütlich vor mich hinlaufen (Bild 6 und 7).

Ab der Ochsenalm – ich wusste es ja, dass es steiler werden sollte (Bild 8), aber es wurde steil und steiler und noch steiler. Das ganze bei knappen 30 Grad, Sonne und null Wind. Am Anfang dachte ich, dass es so schlimm nicht werden kann, sind ja nur noch rund 3 km. Die allerdings wurden mehr als lang. Ich gebe zu, hätte mir dort so nach der Hälfte – in diesem Moment – jemand angeboten, mich abzuholen, hätte ich gesagt „Ja klar, ich bleibe hier stehen!“

Aufgeben war und ist jedoch keine Option, also ganz langsam weiter gehen, wandern und immerhin gab es eine kleine Aufmunterung auf dem Weg (Bild 9) und den Blick zurück auf den Weg, den man geschafft hat (Bild 10).

Egal wie steil, egal wie anstrengend – es kam der Moment, in dem auf dem Plose Telegraph auf 2486 Metern angekommen war. Von hier ging es die letzten Meter nicht mehr bergauf, das Ziel war in Sichtweite und ich kann eins sagen: Das Gefühl auf diesen Berg gelaufen zu sein ist überwältigend und mit Worten nicht zu beschreiben. Nach ziemlich genau 3 Stunden und rund 1200 Höhenmeter war ich im „Ziel“ (Bild 11)

Mit ein bisschen Rückblick kann ich sagen, dass ich wiederkomme, denn der Schmerz vergeht, aber der Stolz bleibt!

Bis zum nächsten Jahr 😉,

eure Eva