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Der Jungfrau- Marathon von Interlaken (568m) bis zur Kleinen Scheidegg (2100m) ohne Flugzeug nur mit Muskelkraft

Die Schweiz im September 2017

Der Jungfrau- Marathon lebt von seiner Streckenvielfalt und will vom Menschen gemeistert oder besser bezwungen werden.

Am Anfang durchquert das Läuferfeld Interlaken. Hier läuft man noch ein wenig anonym. Danach geht es durchs Lauterbrunnental mit stetigem Blick auf angrenzende Berge, den Brienzersee, Kühen, Weiden und jubelnden Passanten, die die Läufer beim Vornamen rufen können, weil die Startnummern auch den Namen verzeichnen!

Bands spielen aller Orten Guggenmusik, Kuhglocken an Menschen und! Rindern vermitteln ein lebhaftes Schweizer Flair mit ihrem Geläute, E- Gitarren dröhnen rockig animierend. Das alles vollzieht sich nicht immer bei Sonnenschein und milden Temperaturen…Nein, dieses Jahr bewegte sich die Schar begleitet von einem zartfeinen herbstlich duftenden Nieselregen. Man lief getragen von der Beschwingtheit aller äußeren Gegebenheiten ohne Anstrengung durch die Landschaft entlang der wilden weiß-grünen Lütschine (von keltisch leucos/leuca: hell, glänzend) durch Ortschaften namens Böningen, Wilderswil, Zweilütschinen bis nach Lauterbrunnen.

Dort steigerte sich der Jubel der Zuschauer und auch unsere Vereinskollegen trugen zum Lärmpegel hinreichend bei. Die Freude war allseits groß, ob des Erreichten oder des Bevorstehenden mag jeder Einzelne rückblickend entscheiden. Nach 25 Kilometern änderte sich die Strecke. Der Weg wurde schmal und führte nun steil durch dunklen Wald bergauf. Tatsächlich zwickte es ein wenig in den Waden. Auf der Strecke schnürte sich der Läuferlindwurm immer weiter bis ins gut besuchte (als Skiparadies bekannte) Wengen auf 1274m Höhe. Da der Regen stärker wurde, ahnten die meisten Läufer bereits, dass die Aussicht auf die Berge in diesem Jahr verschwommener sein würde. Doch weiter ging es am Allmend (ursprünglich, das Land, das allen Einwohnern zur freien Nutzung zur Verfügung steht) vorbei, an der Wengenalp entlang (1873m) nach Wixi (1962m) bis zur Kleinen Scheidegg auf 2100m.

Die Läufer sahen von der Gebirgsformation letztendlich erst an den Stellen etwas, als sie Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Der Wind pfiff währenddessen sein Liedchen bzw. eine fulminante Hymne und die Läufer, inzwischen nass geschwitzt und nass geregnet, froren im Takt bei gefühlten Temperaturen um den Gefrierpunkt mit. (Viele bibbernde Unterlippen und zitternde Körper gab es zu bestaunen). Von der höchsten Stelle der Strecke ging es danach nur noch bergab, aber Vorsicht war geboten. Es war rutschig und der Körper spürte die Anstrengung. Die drei großen „K“ (Konzentration, Koordination und Kondition) waren noch bis ins Ziel gefragt. Dort fanden sich alle Personen ein, diejenigen, die gelaufen (Christian, Norbert, Jan, Heiko, Horst, Lothar) und gewandert waren (Birgit und Caro) ebenso wie diejenigen, die mit der Bahn auf die Kleine Scheidegg gelangt waren (Angela, Ulla, Lothar, Kay, Angela).

Am Ende soll ein versöhnliches Zitat von Horst diesen besonderen Lauf beschließen, der so viel Körperkraft abverlangt und so viele Glückshormone beschert: „Schlechtes Wetter, schöner Lauf, alles bestens organisiert, da mach´ ich doch gerne wieder mit, aber nicht so bald.“ (Sagt der Horst.)

Die Ergebnisse findet man hier.

Und hier ein paar Bilder, zum Teil vom Handy:

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