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Abschlussfahrt nach Detmold

Detmold ist eine kleine Residenzstadt wie aus dem Märchenbuch. In der Mitte des Städtchens ein Park. In dem Garten ein Schloss. Vor den Toren der Stadt ein zweites, dass vom großen ersten im 18. Jahrhundert mit Gondeln erreicht werden konnte. Zwischen den Schlössern tummelt sich ein Gewirr von Gassen, Tweten, Giebel- und Fachwerkhäusern, oft niedrig, meist bunt. Am Marktplatz wohnte Albert Lortzing, der am Fürstlichen Theater sang und mit Motiven aus dem Teutoburger Wald seinen „Wildschütz“ formte.

Aber Detmold ist nicht ohne Dämonie, denn hier trieb auch der unverstandene deutsche Dichter Christian Dietrich Grabbe sein Unwesen. Dessen Leben war kurz (11.12.1801 bis 12.09.1836), rastlos und sein Drama „Die Hermannsschlacht“ sollte alle Wesenszüge seiner lippischen Heimat in Landschaft und Leuten zeigen. Schwerkrank und aller Mittel entblößt, kehrte er nach Detmold zurück, vollendete sein Werk in einem Gasthaus und starb im Haus seiner Mutter in der Straße „Unter der Wehme“. Dort steht in unmittelbarer Nachbarschaft das Geburtshaus des zweiten großen Dichters dieser Stadt, Ferdinand Freiligrath (17.06. 1810- 18.03.1876), dessen damals revolutionäre Verse bis heute unvergesslich sind.

In diese Landschaft zog es den Lauftreff. Zunächst zum Hermannsdenkmal, errichtet von 1838-1875, dann in den Leistruper Wald, der einen Teil des südlichen „Teuto“ bildet und geprägt von Opfersteinen sowie Steinsetzungen ist.

Jährlich findet hier der Herbstlauf statt. Angelockt wird die Laufgemeinschaft mit einer beachtenswerten Streckenführung und einer gelungenen Organisation, sodass auch die Laufgemeinschaftsbegleiter einen schönen Nachmittag verleben können.

Wie zur Krönung standen Norbert und Zbyslaw auf dem Siegerpodest, und zwar als zweiter und dritter ihrer Altersklasse und beinahe hätte die TGW sogar den Preis für die stärkste Mannschaft erhalten, wären nicht die Läufer, sondern alle Vereinsmitglieder vor Ort gewertet worden. Dennoch zeigte sich niemand traurig, sondern man trank Bier, aß Kuchen und freute sich bereits auf das Abendprogramm, welches mit dem Brauhausbesuch in der Innenstadt eingeleitet wurde. Nach dem üppigen Essen in heimeliger Atmosphäre, das typischerweise von diversen Biersorten begleitet wurde, schritt man zurück in die Jugendherberge und zu neuerlichen Getränken. Ein gemütliches spirituelles Philosophieren ergab sich und endete erst als auch der letzte Geist jeglicher Flasche entflohen war. Am nächsten Morgen als Frühstückwünsche vollkommen befriedet und Stimmen wieder menschlich klangen, genossen wir eine Stadtführung durch Detmold, die so angelegt war, dass ein weiterer Besuch zur Erforschung aller Schönheiten des Lipper Landes für die Zukunft unabdingbar wurde. Bereits auf dem Heimweg befindlich ergab sich schließlich die Möglichkeit, die Externsteine zu erkunden, dort im Sonnenlicht zu verweilen, die Fernsicht zu genießen und wie stets Ulla zu danken.

Schön war es wieder und die Anekdoten sollen nicht vergessen sein, können aber der mündlichen Übertragung anvertraut werden, bis auf die eine. Ein verdienter Läufer der TGW schaffte es nach vielen Jahren endlich für sich einen Startplatz bei den Bambinis zu erringen.

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