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Abenteuerreise Abschlussfahrt 2017 – Der Lauftreff im Niedersächsischen

Die diesjährige Abschlussfahrt führte die Läufer der TGW in die Heide. Heide klingt friedlich wie Heidemarie bei blühender Erika und Hermann Löns mit Mümmelmann, überquert man aber die heimatliche Landesgrenze in Richtung Norden, sieht man zwar den Frieden auf der Heide, es sich handelt aber, wie so oft um einen bewaffneten Frieden (siehe Wilhelm Busch). Entlang von Truppenübungsplätzen, Panzermuseen und Soldatenfriedhöfen zeigen sich sogar die Schafe stets in Gefechtsbereitschaft. Denn Wehrpflicht besteht in und auf der Heide für beide Schafsgeschlechter. Und so niedlich wie die Heidschnucke, also das Wollschäfchen, das gerne über die Heide nascht, auch sein mag, seit der Unterwerfung der Sachsen durch Karl dem Großen tragen diese Schafe Hörner! Wir also mittendrin. Ganz mutig am Samstag zu Fuß beim Herbstlauf in Hösseringen, wo man wieder einmal sah, wie schön flache Lauflandschaften sein können. Leider wurden uns die Pokale nur vor die Nase gehalten, denn trotz durchaus guter Ergebnisse fanden keine Altersklassenehrungen statt. Dieser Umstand führte dennoch nicht zum Verdruss, denn wir waren nur spaßeshalber an den Start gegangen.

Sehr mutig waren wir auch beim Besuch eines Restaurants, eigentlich ein Dorfcafe´, in dem der weibliche Feldwebel das Kommando führte und seine Gäste am liebsten nach der Wahl der Speisen platziert hätte, um den Bedienungen das Reichen desselben zu erleichtern. Weil diese Idee bei den Zuhörenden nur zurückhaltende Heiterkeit auslöste, ließ es sich die Regimentsführerin nicht nehmen, uns das Versprechen abzuringen, so wenig Bier zu trinken, dass die vorgesehene Disziplin gewahrt bleibe. Außerdem, so rief sie, müsste man keine Bierfilze unnötig verschwenden. Die Heiterkeit steigerte sich daraufhin doch etwas. Beim Dorfcafe´ selbst handelte es sich um ein altes Schulgebäude, das sehr liebevoll mit den Materialien, Fotos, Möbeln, Büchern und der vergangenen Dorfpädagogik angereichert war, sodass der Lauftreff diätnah satt, also noch kampfbereit und ziemlich geistig wach die Jugendherberge aufsuchte. Der Abend verlief dort wie zu erwarten und nach ein paar Stunden Schlaf stiegen alle auf die Planwagen und betrachteten Heidschnucken, Heide und Wacholder in der Heide. Es war auch gar nicht so kalt, wie man hätte meinen können.

Eines lässt sich vermuten: Ulla, die hervorragende Organisatorin jeder Abenteuerreise, streift im Jahr der jeweiligen Abschlussfahrt durch die betreffende Gegend, wobei sie manchmal die Restaurants gut gesättigt ansteuert und vollkommen zufrieden ist mit hübschen Portionen, die nicht schwer im Magen liegen, manchmal aber, so scheint es, ist sie unglaublich hungrig, wenn sie ein Cafe´ betritt. Als sie in Müden/Örtze ankam, muss sie richtig Hunger gehabt haben, denn dort werden nur Torten gereicht, die einen Fuß hoch und einen halben Fuß breit sind. Brote oder etwas in der Art darf man hier allerdings nicht bestellen. In der „Ole Müllern Schün“ werkelt nämlich die deutsche Tortenmeisterin der Jahre 2006 und 2013 und ihre Torten sind Kunstwerke und voller Offenbarungen. (Das Backen wird übrigens am 24.11.2017, im NDR, in der Sendung „Mein Nachmittag“ übertragen.) Nach zum Beispiel dreistöckiger Mohn-Käse-Himbeertorte rief Wolle, seines Zeichens schnellster Busfahrer Nordhessens und gefährlichster Straßen- und Trailläufer, zur Abfahrt und er war es auch, der den Lauftreff über Celle und den herrlichen Autobahnen souverän zur „Buchenau“ chauffierte.

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